Dreißig Jahre Cult Fashion in Delbrück Eine Erfolgsgeschichte voller Herzblut
Ein Traum wird Wirklichkeit Im Februar des Jahres eintausendneunhundertsechsundneunzig legte Anke Sundermeier den Grundstein für ihr erstes eigenes Modegeschäft in der Innenstadt von Delbrück. In der heutigen Zeit lässt sich wohl in fast jedem Kleiderschrank der Bürger des gesamten Stadtgebiets ein modisches Kleidungsstück von Cult Fashion finden. Anke Sundermeier und ihre treuen Mitarbeiterinnen engagieren sich tagtäglich mit unermüdlicher Leidenschaft und einem ausgeprägten Gespür für die neuesten Modetrends. Das exklusive Sortiment lockt modebewusste Kundinnen aus dem gesamten Kreis Paderborn an, die gezielt nach Delbrück reisen, um sich die aktuellen Highlights der Saison zu sichern. Zum beachtlichen dreißigjährigen Bestehen blickt die stolze Inhaberin auf erfolgreiche Jahre zurück, die von stetigen Veränderungen, aber auch von schweren persönlichen Schicksalsschlägen geprägt waren. Mit der Eröffnung ihres eigenen Modeladens hat sie sich einen tiefen Lebensraum erfüllt, wie sie rückblickend berichtet.
Die Anfänge und der Weg in die Selbstständigkeit Viel Zeit zum Ausruhen blieb der engagierten Unternehmerin in all den Jahren jedoch nicht. Sie war gerade einmal einundzwanzig Jahre jung, als die gebürtige Schöningerin mit ihrem ersten Geschäft namens X-treme den mutigen Schritt in die berufliche Selbstständigkeit wagte. Die Gelegenheit für die Anmietung der ersten Räumlichkeiten ergab sich dabei völlig unverhofft. Ihr langjähriger Schulfreund Orhan Dag fragte sie ganz ungezwungen, ob sie jemanden wüsste, der eine Verkaufsfläche von fünfzig Quadratmetern nutzen möchte. Eher scherzhaft antwortete sie damals, dass sie selbst diese Fläche übernehmen würde. Aus diesem spontanen Spaß wurde jedoch in kürzester Zeit gelebte Realität. Die Inhaberin betont, dass ihr schon immer bewusst war, dass sie irgendwann ein eigenes Modegeschäft führen möchte, allerdings hatte sie diesen Schritt eigentlich erst für einen späteren Lebensabschnitt geplant. Ihre fundierte Ausbildung absolvierte sie im bekannten Modehaus Dunschen. Das Inhaberehepaar Rita und Josef Dunschen bestärkte sie schon während der Lehrzeit darin, später den Weg in die Selbstständigkeit zu suchen und etwas Eigenes aufzubauen. Für diese wertvolle Inspiration ist sie der Familie Dunschen bis heute zutiefst dankbar. Das notwendige Startkapital für den ersten kleinen Modeladen wurde ihr damals von ihren Eltern vorgeschossen, die sofort unerschütterliches Vertrauen in die ambitionierten Pläne ihrer Tochter setzten und damit recht behalten sollten. Im gesamten ersten Jahr führte sie das Geschäft vollkommen alleine. An den Wochenenden reiste sie regelmäßig nach Düsseldorf, um eigenständig neue Ware für ihre Kunden zu ordern. Bereits drei Jahre später verdoppelte sie die Verkaufsfläche und zog in die Lange Straße zwanzig um, wo aus dem Geschäft X-treme der bleibende Name Cult Fashion wurde. Über zwei Jahrzehnte hinweg blieb das Modegeschäft an diesem Standort fest verwurzelt. Mit den größer werdenden Räumen wuchs auch das Angebot an ausgefallener Markenkleidung und sportlichen Basics. Im Jahr zweitausendelf wurde das Angebot zusätzlich um Herrenmode erweitert. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Thomas führte sie fortan auch das Geschäft Cult Men. Alles entwickelte sich perfekt und die Geschäfte liefen hervorragend, was in der heutigen Zeit keineswegs als selbstverständlich anzusehen ist.
Schwere Krisen und die Kraft des Zusammenhalts Als jedoch die weltweite Coronazeit den gesamten Einzelhandel abrupt stoppte, geriet die Unternehmerin in ein tiefes emotionales Loch. Die Ungewissheit, wie lange die Schließungen andauern würden und wie es danach weitergehen sollte, belastete sie schwer. Dass es nur ein einziges Jahr später noch weitaus schlimmer kommen sollte, ahnte zu diesem Zeitpunkt niemand. Bei einer medizinischen Routineuntersuchung erhielt sie die erschütternde Diagnose Brustkrebs. Dies markierte den absoluten Tiefpunkt in ihrem Leben. In dieser schweren Phase wollte sie am liebsten alles hinschmeißen und sämtliche Geschäfte endgültig aufgeben. Rückblickend ist sie jedoch überglücklich, dass sie auf den Rat ihrer Familie, des Teams und enger Freunde hörte und den Mut fand, weiterzumachen. Ihr Ehemann Thomas Michna-Sundermeier erinnert sich lächelnd daran, dass es damals die geballte Überzeugungskraft aller Vertrauten brauchte, um sie vom Weitermachen zu überzeugen. Gemeinsam mit der langjährigen Belegschaft von Cult Fashion übernahm er die operative Leitung der Geschäfte, sodass sich seine Ehefrau vollkommen auf ihre medizinische Therapie und die Genesung konzentrieren konnte. Ein ganzes Jahr lang konnte sie das Geschäft nicht betreten. In dieser Zeit hielten ihr die Familie und Freunde den Rücken frei, während sie sich auf ihre Angestellten blind verlassen konnte. Für dieses fantastische Team empfindet sie eine tiefe Dankbarkeit. Heute gilt sie glücklicherweise als vollständig geheilt und krebsfrei. Noch während ihrer Phase der Genesung zog Cult Fashion erneut um und fand in der Langen Straße zwölf seine aktuelle Heimat.
Ein bewusster Neuanfang und der Blick nach vorn Die schwere Erkrankung hat dem Ehepaar viele Dinge im Leben bewusst gemacht. Sie erkannten, dass sie in der Vergangenheit viel zu viel gearbeitet hatten und die eigenen Kinder gar nicht richtig aufwachsen sehen konnten. Diese Erkenntnis bringt Wehmut und Tränen mit sich. Gleichzeitig ist ihr bewusst, dass das Geschäft ohne diesen enormen Zeiteinsatz heute vermutlich nicht so erfolgreich dastehen würde. Die gemeinsame Entscheidung im vergangenen Jahr, das Herrengeschäft Cult Men dauerhaft zu schließen, war ein wichtiger Schritt für einen Neuanfang. Das Paar möchte das Leben nun wesentlich bewusster genießen und mehr Zeit aktiv mit den Kindern verbringen. Auch Anke Sundermeier möchte das Familienleben und die gewonnene Freizeit nicht mehr missen. Die Krankheit hat sie gelehrt, das Tempo im Alltag zu drosseln. Sie hat die Musik ganz neu für sich entdeckt und genießt heute Besuche von Musicals und Konzerten, was sie sich früher nie gegönnt hätte. Auch in Sachen Urlaub gibt es einiges nachzuholen. So unternahm das Ehepaar im Januar die erste weite Fernreise ihres Lebens und flog für zwei Wochen allein nach Kapstadt. Obwohl diese vierzehn Tage für sie eine lange Zeit fernab der Heimat darstellten und das Heimweh nach den Kindern und dem Laden groß war, genossen sie die Auszeit. An ihrer großen Leidenschaft für die Modewelt wird sich trotz dieser regelmäßigen Auszeiten nichts ändern. Die treuen Kundinnen können sich auch in Zukunft auf den gewohnten Rundumservice, das beliebte Abendshopping und die modischen Höhepunkte der Saison verlassen. Zu weit in die ferne Zukunft möchte die Inhaberin allerdings nicht vorausplanen. Dass die eigenen Kinder das Modegeschäft später nicht übernehmen wollen, stand schon früh fest. Die erwachsene Tochter fragte die Mutter einst, ob sie denn wirklich so extrem viel arbeiten wolle wie sie. Anke Sundermeier kann diese Haltung vollkommen verstehen. Für die Vergangenheit, die Gegenwart und die kommenden Jahre möchte sie einfach von Herzen Danke sagen. Ihr Dank gilt den wunderbaren Mitarbeiterinnen im Team, den Kindern, der Familie, den Freunden und den treuen Kunden. Eine ganz besondere Bedeutung hat für sie dabei ihr privater Stammtisch, der seit über fünfunddreißig Jahren besteht. Diese engen Freundinnen haben sie durch alle Höhen und Tiefen des Lebens getragen. Für diese Treffen und gemeinsame Kurztrips wird die Unternehmerin auch in Zukunft immer einen freien Platz im Kalender finden. Ebenso wird sie weiterhin mit ganzem Herzen für ihre Kundinnen und das Geschäft da sein, wenn vielleicht auch ein kleines Stück mehr im Hintergrund.
Quelle Westfalenblatt, Text KI
Die historische Aufnahme zeigt die Unternehmerin Anke Sundermeier am Tag der feierlichen Eröffnung ihres allerersten Modeladens vor genau dreißig Jahren. Foto: Sundermeier
Das Foto zeigt die Inhaberin Anke Sundermeier an der vierten Position von links inmitten ihres treuen Teams von Cult Fashion, dem sie für die Unterstützung in den vergangenen drei Jahrzehnten voller Veränderungen sehr dankbar ist. Foto: Marion Dubbi
Die aktuelle Außenaufnahme zeigt das Modegeschäft Cult Fashion an seinem heutigen Standort in der Langen Straße zwölf im Herzen von Delbrück. Foto: Marion Dubbi
