Titelbild: Ein Engpass auf der Bundesstraße vierundsechzig führt im Baustellenbereich mit der Landstraße achthundertzweiundzwanzig und der Kreisstraße fünf zu einer einspurigen Verkehrsführung, die über Signalanlagen geregelt werden muss. Foto: Kerstin Eigendorf
Sanierungsarbeiten an einem zentralen Verkehrsknotenpunkt führen zu massiven Verzögerungen Wer in diesen Tagen im Umland der Stadt Delbrück mit dem Kraftfahrzeug unterwegs ist, benötigt eine erhebliche Portion Geduld. Insbesondere während des morgendlichen und abendlichen Berufsverkehrs kommt es auf den Straßen regelmäßig zu einem erblichen Stillstand. Der Hauptgrund dafür liegt in einer aktuellen Baustelle, die eine der wichtigsten Kreuzungen im gesamten Stadtgebiet betrifft. Seit dem Beginn der Woche wird der Fahrbahnbelag im Kreuzungsbereich der Bundesstraße vierundsechzig mit den Zubringern nach Anreppen und Hövelhof auf einem kurzen Abschnitt grundlegend erneuert. Da die Strecke an dieser Stelle nur auf einer einzigen Spur befahrbar ist, steuern provisorische Lichtzeichenanlagen den Verkehrsfluss, was in den Hauptverkehrszeiten zu extremen Rückstaus führt. Viele Pendler versuchen bereits, die betroffene Region auf ihrem Weg zur Arbeitsstätte weiträumig zu umfahren.
Weitläufige Umleitungsstrecken belasten die Wohngebiete und die Innenstadt Die direkten Auf und Abfahrten zur Bundesstraße sind wegen der Erneuerung der Fahrbahndecke bis zum Beginn des kommenden Monats komplett gesperrt. Die offiziell eingerichteten Ausweichrouten erweisen sich als extrem langwierig und erstrecken sich über eine Distanz von bis zu dreizehn Kilometern. Ein Großteil dieses zusätzlichen Verkehrs wird gezwungenermaßen direkt durch das Zentrum von Delbrück geleitet. Auf den innerstädtischen Hauptstraßen, wie etwa der Oststraße, bildet sich regelmäßig eine lange Kette aus Personenkraftwagen und schweren Nutzfahrzeugen, die sich nur im Schritttempo durch die dortigen Kreisverkehre schieben kann. Viele Arbeitnehmer weichen bereits genervt auf kleinere Ortschaften im Umland aus, um den täglichen Staus zu entkommen. Auch im Paketdienst und bei der Postzustellung sorgt die veränderte Verkehrslage für einen erheblichen Mehraufwand an Zeit, da ein Vorankommen in den betroffenen Bezirken phasenweise kaum möglich ist. Zudem klagen Anwohner in den sonst so ruhigen Parallelstraßen darüber, dass ihre Wohngebiete von Ortskundigen unerlaubt als Schleichwege genutzt werden, um die Baustelle zu umgehen.
Bild 1: Aufgrund der großräumigen Sperrungen sind viele schwere Lastkraftwagen gezwungen, den Weg durch die engen Kreisverkehre der Innenstadt zu wählen, was zu einer Überlastung des Zentrums führt. Foto: Kerstin Eigendorf
Wirtschaftliche Einbußen für den lokalen Handel und gefährliche Wendemanöver Die Einschränkungen wirken sich auch negativ auf die ansässigen Gewerbebetriebe an der Hauptverkehrsader aus. Ein bekanntes Schnellrestaurant ist durch die Sperrung der direkten Abbiegespur optisch und praktisch fast vollständig vom normalen Verkehrsnetz abgeschnitten. Da die Kundschaft vor den komplizierten und zeitaufwendigen Umwegen zurückschreckt, bleiben viele Gäste aus. Angestellte berichten zudem von gefährlichen Situationen, bei denen auswärtige Lastwagenfahrer die Sperrschilder übersahen und ihre tonnenschweren Fahrzeuge anschließend unter hohem Risiko auf engstem Raum im Rückwärtsgang auf der Landstraße wenden mussten.
Bild 2: Die Bevölkerung im Ortsteil Boke muss sich nach einer langwierigen Sanierung direkt auf die nächste dauerhafte Vollsperrung an den Brücken einstellen. Foto: Kerstin Eigendorf
Zusätzliche Dauerbaustellen im Ortsteil Boke verschärfen die Gesamtlage Das aktuelle Chaos im Stadtzentrum ist jedoch nur ein Teilbereich einer noch weitaus größeren Verkehrsbelastung in der gesamten Region, da zeitgleich zwei essenzielle Nord Süd Verbindungen blockiert sind. Besonders die Einwohner im Ortsteil Boke sind durch vorangegangene Großbaustellen bereits stark strapaziert. Nach der erfolgreichen Instandsetzung der dortigen Flussbrücken über die Gunne folgt nun direkt die nächste Sanierungsmaßnahme an zwei benachbarten Brückenbauwerken. Diese führt zu einer kompletten Sperrung der Boker Straße, die voraussichtlich bis zum Ende des aktuellen Jahres andauern wird. Autofahrer, die aus Richtung Salzkotten nach Delbrück fahren möchten, müssen daher eine kilometerweite Schleife über mehrere Nachbardörfer in Kauf nehmen. Da man am Ende dieser langen Umleitung jedoch unweigerlich wieder auf die gesperrte Kreuzung der Bundesstraße vierundsechzig trifft, stehen die Verkehrsteilnehmer vor dem kuriosen Problem einer Umleitung innerhalb einer Umleitung.
Stadtverwaltung bedauert die gleichzeitige Durchführung der Straßenbauarbeiten Auch das Stadtoberhaupt von Delbrück, Johannes Lindhauer, versucht die aktuelle Verkehrssituation keineswegs schönzureden. Er stellt zwar unmissverständlich klar, dass sowohl die Brückenarbeiten im Ortsteil Boke als auch die Sanierungsmaßnahmen auf der Bundesstraße vierundsechzig zwingend erforderlich sind. Dennoch räumt er unumwunden ein, dass sich die Stadtverwaltung trotz der ansonsten reibungslosen Kooperation mit dem zuständigen Landesbetrieb eine bessere zeitliche Staffelung gewünscht hätte. Die parallele Umsetzung beider Großprojekte sei für die Bürger eine enorme Belastung, auf welche die Kommune jedoch keinerlei planerischen Einfluss ausüben konnte. Der Bürgermeister appelliert nun an das Durchhaltevermögen der Verkehrsteilnehmer, zumal ein Ende zumindest bei einem der beiden Vorhaben bereits in absehbarer Zeit in Aussicht steht.
Landesbetrieb rechtfertigt die zeitliche Kollision mit unvorhersehbaren Straßenschäden Auf die Nachfrage, warum diese beiden einschneidenden Baumaßnahmen unglücklicherweise zeitgleich stattfinden müssen, nimmt die Sprecherin des Landesbetriebs Straßenbau Nordrhein Westfalen, Christiane Knippschild, Stellung. Sie erklärt, dass es sich bei dem Vorhaben an den Flussbrücken um ein von langer Hand vorbereitetes und langfristig angelegtes Projekt handele. Im Gegensatz dazu sei die Reparatur der Bundesstraße eine sehr kurzfristig anberaumte Sanierungsmaßnahme, die wegen plötzlich aufgetretener und gravierender Schäden an der Fahrbahnoberfläche unaufschiebbar geworden war. Eine zeitliche Überschneidung der beiden Baustellen sei aus technischen und organisatorischen Gründen leider vollkommen unvermeidbar gewesen.
Bild 3: Ein fehlerhaft beschriftetes Hinweisschild an der Zufahrt zur Bundesstraße sorgt bei den Verkehrsteilnehmern für Verwunderung, da der Name der Nachbargemeinde falsch geschrieben wurde. Foto: Kerstin Eigendorf
Fehlerhafte Beschilderung sorgt für Spott und liegt in der Verantwortung externer Dienstleister Neben den reinen Staus sorgt derzeit ein handwerklicher Fehler bei den Hinweisschildern für Gesprächsstoff unter den Autofahrern. Auf einer der offiziellen Umleitungstafeln, die aus Richtung der Nachbargemeinde kommen, hat sich ein unübersehbarer Rechtschreibfehler eingeschlichen. Der Name der Hövelhofer Straße wurde dort fälschlicherweise mit dem Buchstaben v statt mit einem f aufgedruckt. Seitens des Landesbetriebs wird jedoch betont, dass die Behörde selbst diese Schilder nicht anfertigt. Für das Aufstellen und die Beschriftung der Wegweiser wird im Zuge der Baustelleneinrichtung regulär ein privates Fachunternehmen beauftragt, dem dieser optische Fauxpas unterlaufen ist.
„Quelle Westfalenblatt, Text KI“