Die beiden beschuldigten Brüder stehen unter dem dringenden Verdacht, in den Jahren Zweitausendsechzehn und Zweitausendsiebzehn als aktive Mitglieder für die berüchtigte Terrormiliz des Islamischen Staates agiert zu haben, Celine Frohnapfel.
Anklage gegen mutmaßliche Terroristen in Düsseldorf
Vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts in Düsseldorf hat ein strafrechtliches Verfahren gegen zwei Brüder begonnen, denen eine Mitgliedschaft in der ausländischen terroristischen Vereinigung Islamischer Staat vorgeworfen wird. Auf der Anklagebank sitzen ein siebenundvierzig Jahre alter Mann, der zuletzt in Delbrück im Landkreis Paderborn wohnhaft war, und sein dreiundvierzigjähriger Bruder, welcher in Trier in Rheinland Pfalz gemeldet war.
Die Vorwürfe im Einzelnen und der Hintergrund der Flucht
Die Bundesanwaltschaft legt den beiden Beschuldigten zur Last, in den Jahren Zweitausendsechzehn und Zweitausendsiebzehn aktiv für die Terrormiliz in Syrien und im Irak tätig gewesen zu sein. Die Ermittlungsbehörden kamen den Männern durch vertrauliche Hinweise eines Geheimdienstes auf die Spur, woraufhin die Festnahmen im Dezember Zweitausendfünfundzwanzig erfolgten. Seitdem befinden sich die beiden irakischen Staatsbürger, die als Geburtsort die Hauptstadt Bagdad bestätigten, in Untersuchungshaft.
Dem älteren der beiden Brüder wird vorgeworfen, innerhalb der terroristischen Struktur eine einflussreiche Position als Richter in einem sogenannten Scharia Komitee bekleidet zu haben. Dieses Gremium befasste sich mit der Durchsetzung strenger religiöser Vorschriften und Gesetze, die von der Miliz extrem ausgelegt wurden. Der jüngere Bruder soll hingegen als regulärer Kämpfer in den bewaffneten Einheiten des Islamischen Staates agiert haben, wobei die Ermittler davon ausgehen, dass beide zeitweise in derselben Kampfeinheit dienten.
Für ihre Aktivitäten erhielten die Angeklagten finanzielle Zuwendungen, die sich laut den gesicherten Gehaltslisten der Terrormiliz auf Beträge zwischen Eintausend und Dreitausend US Dollar beliefen. Diese sichergestellten Datensätze stellen ein zentrales Beweismittel der Anklage dar. Als sich die militärische Niederlage der Gruppierung abzeichnete, flüchteten die Brüder über Griechenland nach Deutschland, um sich der Strafverfolgung zu entziehen. Zum Auftakt des bis Mitte September geplanten Prozesses schwiegen beide Männer zu den konkreten Vorwürfen.
„Quelle Westfalenblatt, Text KI“