Ein Gremium, das die gesamte Vielfalt der Stadt widerspiegelt: Der neu gewählte Seniorenbeirat der Stadt Delbrück hat offiziell seine Arbeit aufge-nommen. Das Besondere an diesem Team ist seine tiefe Verwurzelung in den einzelnen Ortsteilen. Gewählt von den örtlichen Heimatvereinen, setzt sich der Beirat aus jeweils ein bis zwei engagierten Mitgliedern pro Ortsteil zusammen. Damit ist garantiert, dass die Interessen aller Seniorinnen und Senioren – von Boke bis Ostenland, von Westenholz bis in die Kernstadt – eine starke Stimme im Rathaus finden werden.
Der offizielle Startschuss und die Pflichten des Amtes
Anfang Mai schlug die Stunde der Wahrheit für das neu formierte Gremium. Bei der konstituierenden ersten Sitzung ging es zunächst hochoffiziell zu. Bürgermeister Lindhauer hieß die Mitglieder will-kommen und klärte sie umfassend über ihre Rechte und Pflichten auf. Amtszeit bleiben.
Schließlich trägt der Beirat eine große Verantwortung für die Lebensqualität der älteren Generation in der Stadt.
Direkt im Anschluss wurde der neue Vorstand gewählt, der nun die Geschicke des Beirats lenken wird. Doch graue Theorie und Paragrafen sollten nicht das einzige Fundament für die kommende Amtszeit bleiben.
Das Erbe der Vorgänger: Ein Rundgang zum Kennenlernen
Als erste Amtshandlung stand etwas auf dem Programm, das noch vom scheidenden, vergangenen Seniorenbeirat liebevoll vorbereitet worden war: ein geführter Stadtrundgang. Das Ziel dieser Erkungstour war so simpel wie genial. Die neuen Beiratsmitglieder sollten nicht nur einander besser kennenlernen, sondern vor allem tief in die Geschichte und zu den markantesten Orten der Stadt eintauchen. Genau diese Straßen, Plätze und historischen Winkel werden schließlich in den kommenden Jahren das tägliche Arbeitsfeld des Beirats sein, wenn es um Barrierefreiheit, Denkmalschutz oder altersgerechte Stadtentwicklung geht.
Vom modernen Rathaus zu den Spuren der Ver-gangenheit
Die historische Entdeckungsreise startete am heutigen Rathaus, dem modernen Verwaltungs-zentrum der Stadt. Von dort aus war es nur ein kurzer Fußweg, der die Gruppe jedoch direkt Jahrhunderte zurückkatapultierte. Der Weg führte über den früheren Standort des historischen Armenhauses. Hier erfuhren die Teilnehmer, wie das soziale Netz in früheren Zeiten gestrickt war, als die Armenfürsorge noch gänzlich in den Händen der Kirchengemeinde oder privater Stiftungen lag. Gleich nebenan lag das ehemalige Krankenhaus, das einst die medizinische Versorgung der Region sicherstellte und heute ein lebendiges Zeugnis für den Wandel im Delbrücker Gesundheitswesen ist.
Das historische Herzstück rund um den Kirchplatz
Der Rundgang führte die Beiratsmitglieder weiter zum imposanten Kirchplatz, dem unbestrittenen Herz der Delbrücker Stadtgeschichte.
m Schatten der Pfarrkirche St. Johannes Baptist, deren markanter, schiefe Kirchturm das Stadtbild seit Jahrhunderten prägt, atmet jede Ecke Geschichte. Die Kirche selbst blickt auf eine Historie zurück, die bis in die Zeit um das Jahr 1180 reicht. Auf dem Kirchplatz spürte die Gruppe förmlich den Puls der alten Hand-werker- und Ackerbürgerstadt, die im Jahr 1410 durch den Paderborner Bischof die Privilegien eines Weichbildes – und damit erste städtische Rechte – erhielt.
Über das Pastorat zum Alten Markt
Vom Kirchplatz aus ging es weiter zum alt-ehrwürdigen Haus des Pastors, dem Pastorat. Das barocke Fachwerkgebäude ist nicht nur ein opti-sches Highlight, sondern steht auch symbolisch für die tiefe Verwurzelung des Glaubens und der Kirche im Alltag der Menschen früherer Epochen.
Der Abschluss dieses lehrreichen Nachmittags führte die Gruppe schließlich zum Alten Markt. Dieser Platz war über Jahrhunderte hinweg das wirtschaftliche Zentrum Delbrücks, auf dem reger Handel getrieben wurde und die Bürger zu-sammenkamen.
Mit rauchenden Köpfen voller historischer Daten und vielen neuen Ideen für die Zukunft ließen die Mitglieder des Seniorenbeirats den Tag ausklingen. Eines wurde allen Beteiligten klar: Wer die Zukunft der Senioren in Delbrück gestalten will, muss die der Senioren in Delbrück gestalten will, muss die Wurzeln der Stadt kennen. Der Grundstein für eine erfolgreiche Arbeit ist gelegt.